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Krause hatte kein Haus gekauft. Er wollte auch woanders hin. Also fragte er Arto, ob er einen Freund in Karelien hätte.

Ja. Hatte er. Krause würde eine Einladung bekommen. Er fuhr zurück und freute sich auf seine bescheidene Wohnung. Ein Visum beantragen und dann wieder losfahren.

Kurz vor Oulu rief Kumru an.

  • Krause – wo bist du?
  • Bald in Oulu.
  • Du hältst bei mir an?
  • Ja. Du hast den Job bekommen und auch eine Wohnung?
  • Exakt. Wann bist du hier?
  • Etwa zwei Stunden noch.
  • Okay. Ich schicke dir eine Wegbeschreibung. Ich warte vor dem Krankenhaus.
  • Gut. Bis dann.

Krause fuhr gemächlich nach Oulu rein. Das Krankenhaus fand er auch sofort. Dort stand Kumru und winkte. Otto durfte sofort aussteigen und stürmte auf Kumru zu.

Danach fiel ihm Kumru um den Hals. Krause wußte nicht, wie er sich verhalten sollte. Aber es war nur ein kurzer Moment.

  • Hier wohnst du also.
  • Ja. Ich habe ein Appartement auf dem Krankenhausgelände bekommen. Voll eingerichtet.
  • Hört sich gut an.
  • Es ist gut. Komm – laß uns hinfahren.
  • Darf ich hier rauffahren?
  • Ja. Ich habe eine Genehmigung dafür bekommen.
  • So schnell?
  • Nein. Ich wußte, daß du hier auftauchst.
  • Soso.
  • Du bist mein erster Gast in diesem Land. Zufrieden?
  • Ja. Es ist mir eine Ehre.

Kumru gluckste etwas und strahlte. Auch Otto strahlte. Krause lenkte das Wohnmobil und war etwas müde von der langen Fahrt.

  • Paß auf Krause – du legst dich jetzt in dein Bett und schläfst zwei Stunden. Otto nehme ich mit. Ich wecke dich dann. Okay?
  • Ja.

Kumru verschwand mit Otto. Krause verschwand im Bett.

Sie hatte gekocht. Und es schmeckte sehr gut. Otto schlief schon wieder. Er hatte wohl beim Kochen zuviel genascht.

Fünf Stunden später kroch Krause in sein Wohnmobil. Er war satt und zufrieden. Otto blieb die Nacht bei Kumru.

Krause war wieder unterwegs. Bis zur Fähre in Helsinki war es noch ein Stück. Aber dann konnte er ausgiebig schlafen. Krause schaltete das Radio aus. Diese finnische Musik nervte ihn. Außerdem wollte er in Ruhe nachdenken.

Die Fähre fuhr pünktlich ab. Krause hatte sich dort eine Kabine gesichert. Er beobachtete noch das Ablegemanöver und ging dann beruhigt schlafen.

Er hatte viele Träume, die aber nichts in ihm hinterließen. Das Frühstück im Speisesaal war ganz passabel. Er würde bald zu Hause sein. Zu Hause? Krause lächelte und konnte den Begriff nicht mehr einordnen.

Irgendwie war alles anders. Die Reise hatte ihn verändert.