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Krause hatte seinen alten Skoda in der Werkstatt überholen lassen. Der sollte ihn nach Karelien bringen.

Die Rechnung war nicht so hoch ausgefallen, wie er befürchtet hatte. Das war ein gutes Omen. Immerhin wollte er drei Monate in Rußland bleiben.

Seine Campingausrüstung hatte er selbst überprüft und schon im Kofferraum verstaut.

Mit der Einladung von einem Juri hatte er das Visum beantragt. Nun wartete er bloß noch und saß fast tatenlos rum. Otto spürte auch, daß es bald wieder Abenteuer geben würde.

Krause spielte gegen ein Schachprogramm auf dem Computer. Es war ziemlich ausgeglichen. Vor allem war es aber sehr spannend.

Seine Reiseroute stand auch schon fest. Mit der Fähre nach Helsinki, dann die Fahrt nach Oulu – Kumru wollte ein paar deutsche Salamiwürste haben. Außerdem konnte er seiner „Ersatztochter“ keinen Wunsch abschlagen.

Krause ging viel spazieren und erfreute sich an der Natur. Abends las er Bücher über Karelien. Danach schlief er immer gut ein.


Was kann man noch über Krause berichten? Nicht viel. Er hatte Reisefieber und wollte unbedingt losfahren. Er war auch noch einmal auf der Bank vor dem U-Bahnhof gewesen und hatte die Alte wieder getroffen.

Krause erzählte ihr von seinen Plänen. Sie lachte. „Krause, du machst alles richtig. Komm nie wieder hierher.“

Er hatte verstanden, was sie damit meinte. Sie war wie ein Orakel.

Krause hatte vieles aus seiner Wohnung entsorgt. Er würde nicht mehr hierher zurückkehren. Das stand für ihn fest. Felsenfest.

An einem Mittwoch konnte er seinen Reisepaß mit dem Visum abholen. Nun war alles klar. Krause hatte alle wichtigen Sachen ins Auto geschafft – er wollte gleich am nächsten Tag aufbrechen. Er ließ zwei Leben zurück: Eins in der DDR und eins in der BRD.

Begleiten wir ihn auf seiner letzten großen Reise.