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Krause hatte gerade einen prächtigen Fisch aus dem Wasser gezogen, als ein kleines Mädchen hinter ihm stand und Riba rief. Ein piepsige Stimme. Die Kleine war sechs oder sieben Jahre alt.

Sie hieß Swetlana. Ob sie auch mal die Angel halten wollte? Die Kleine nickte heftig.

Also saß Krause daneben und schaute belustigt zu. Schon drei Minuten später hatte sie den ersten Fisch. Krause schüttelte den Kopf und steckte den nächsten Köder an den Haken.

Der nächste Fisch. Die Kleine hatte schon fünf gefangen, bevor ihr Vater auftauchte.

Der guckte in den Eimer und schüttelte den Kopf. Übersprudelnd erzählte ihm Swetlana von ihrem Fang.

Igor lud Krause ein. Seine Frau würde die Fische zubereiten. Er sollte mitkommen und solange ein Bier mit Igor trinken.

Es waren nur dreihundert Meter bis zum Haus. Krause machte es sich auf der Terrasse bequem und genoß das Bier mit Igor. Swetlana tollte mit Otto herum.

Dann kam der Wodka dran. Vor dem Essen? Warum nicht. Igor lachte und füllte die Gläser. Sie klärten dabei das Woher und Wohin und Wieso von Krause. Sie sprachen beide Englisch, denn für eine solch umfangreiche Unterhaltung reichten die Russischkenntnisse von Krause nicht mehr.

Krause war schon etwas beschwipst, bevor das Essen fertig war. Tatjana hatte ein wahrlich schmackhaftes Essen aus den Fischen gemacht. Er sollte abends auch zum Essen kommen – echt karelisch. Krause nickte und spazierte mit Otto zu seinem Zelt.

Mittagsruhe.

Abends saß er schon wieder mit einem Wodkaglas auf der Terrasse. Igor erzählte ihm, was er beruflich machte. Krause nickte müde. Es war zuviel Wodka für ihn. In seinem Alter trank man nur noch Bier.

Die kleine Swetlana fragte ihn, ob sie morgen wieder angeln könnten. Ja. Natürlich. Igor wollte zugucken, da er noch nie geangelt hatte. Er würde eine Angel für Swetlana kaufen.

Nachts kroch Krause auf seine Isomatte und in den Schlafsack. Er schlief traumlos. Er fühlte sich wohl. Otto schnarchte neben ihm. Der hatte auch gut gegessen.

Morgens angelte Swetlana. Igor und Krause schauten zu und tranken ein Bier. Krause mußte viel über die DDR erzählen. Das dauerte Stunden. Und der Eimer war dann gut mit Fischen gefüllt. Swetlana grinste ihn an. Sie hatte alles allein geangelt. Sie wußte genau, wann sie die Angel hochziehen mußte.

Krause fuhr erst am nächsten Tag weiter.