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Atze staunte. Die Wohnung war groß und schick. Kalle hatte schon zwei Bier hingestellt. Es lief klassische Musik. Irgendein Klavierkonzert.

Sie prosteten sich zu und rülpsten gewaltig. Kalle ließ noch einen stinkenden Furz fahren. Atze schüttelte sich und riß ein Fenster auf.

  • Sag mal Kalle – was denkst du über die ganze Virusgeschichte?
  • Märchen. Bin aus dem Alter raus.
  • Hast du schon einen Pieks bekommen?
  • Nee. Ich habe die Einladung weggeworfen. Und du?
  • Keine bekommen.
  • Und willst du?
  • Nee. Niemals.

Atze hatte unterdessen zwei Zigaretten gedreht. Und Kalle hatte wieder zwei Büchsen Bier aus dem Kühlschrank geholt. Das Klavierkonzert war beendet. Kalle wollte schon eine neue Platte auflegen.

  • Kalle – hast du auch vernünftige Musik?
  • Was zum Beispiel?
  • Alexandrow-Ensemble.
  • Hab ich da. Kein Problem.

Der gewaltige Chorgesang füllte das Zimmer. Atze hatte die Augen geschlossen und summte still mit. Kalle ging pinkeln. Atze war eingeschlafen. Also trank Kalle alleine weiter. Die Russen sangen noch immer. Kalle stellte sich ans Fenster und beobachtete den Straßenverkehr. Die ganzen Idioten in ihren Blechkisten hatten nicht alle Tassen im Schrank. Gab es einen Grund, ständig hin und her zu fahren?

  • Kalle – hast du noch ein Bier?
  • Wieder wach?
  • Sieht so aus.
  • Gut geträumt?
  • Nee. Nur geschlafen.
  • Prost Atze!
  • Prost!

Sie rauchten und schwiegen. Alles stimmte. Man mußte nicht reden. Das Leben war viel zu kurz dafür.