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Sie ließen sich beide die zweite Currywurst schmecken und tranken danach einen Kaffee und rauchten gemütlich.

Ständig kamen neue Gäste und die Schlange vor dem Imbiß wurde immer länger. Alle warteten geduldig auf ihre Currywurst.

  • Atze – weißt du eigentlich, wie lange ich hier schon verkehre?
  • Nee.
  • Ich bin quasi hier geboren.
  • Bei Konnopke?
  • Fast. Meine Mutter war hochschwanger und bekam hier ihre Wehen. Ein Krankenwagen holte sie hier ab und 3 Stunden später war ich schon draußen.
  • Mit dem Geschmack von Currywurst auf der Zunge.
  • Nee – das ging damals alles noch ins Blut.

Beide lachen. Und hören der U-Bahn zu, die über ihnen hinweg donnert. Sie nehmen den neuen Gästen die Plätze weg; also wandern sie zum Prater. Der Biergarten ist auch gut gefüllt.

Atze kommt mit zwei Halben an den Tisch. Sie betrachten das Publikum. Viele Touristen und Zugezogene. Kaum ein Berliner.

  • Wo sind die Berliner?
  • Bestimmt in der Döneria. Ist doch total angesagt.
  • Oder bei einem Veggie-Imbiß. Aber die meisten sind weggezogen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten konnten.
  • Wieso bist du noch hier?
  • Glück. Ein alter Mietvertrag aus der DDR und das Haus wurde nicht an windige Wessis verkauft.
  • Das ist wahrlich Glück.
  • Ich habe gesehen, wie die Leute hier vertrieben wurden. Luxussanierungen und Umwandlung in Eigentumswohnungen. Ging gleich 1990 los.
  • Kapitalismus.
  • Prost!
  • Prost!

Atze wanderte gemächlich nach Hause. Morgen früh würde er wieder Flaschen sammeln.