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Sie waren gerade vom  Holzklauen zurück. Ausgerüstet mit je einem Fahrradanhänger hatten sie in einem Waldstück gefällte Baumstücke mit einer großen Handsäge paßgerecht gemacht.

Nun luden sie ihren Schatz aus. Sonntag um 7.00 Uhr morgens im Garten.

  • Sag mal Kalle, hast du ein schlechtes Gewissen?
  • Wieso sollte ich?
  • Weil wir klauen.
  • Ach – meine Mutter hat mir erzählt, wie sie nach dem großen Krieg überlebt haben. Da hieß das „Organisieren“. Kartoffeln, Mais, Äpfel, mal eine Ziege. War das bei deinen Eltern anders?
  • Wahrscheinlich nicht. Die haben aber nie darüber gesprochen.
  • Atze – wir sind im Krieg. Da ist alles erlaubt. Denn es geht ums Überleben. Der Rest ist scheißegal.

Das Holz war mittlerweile abgeladen. Irgendwann mußten sie es kleinhacken. Atze holte zwei Bier.

  • Atze, bißchen früh dafür – oder?
  • Für mich ist heute Feierabend. Ich geh nachher schlafen.
  • Prost!
  • Weißt du – wir sind ganz unten. Das macht mir Angst. Ich habe schon Albträume.
  • Die habe ich auch. Aber nach dem Aufstehen sind sie nicht mehr da.
  • Stimmt.
  • Dann genieße das Bier und hör den Vögeln zu. Wir werden noch genug Zeit haben, um traurig zu sein und Trübsal zu blasen.
  • Stimmt auch.
  • Leg dich hin. Ich gieße noch ein bißchen und gucke mal, was ich hier ernten kann.
  • Gute Nacht Kalle.
  • Dito.

Kalle machte die Gartenarbeit und schlüpfte auch in seinen Schlafsack. Er schlief traumlos.

  • Kalle bist du wach?
  • Jetzt ja.
  • Ich habe Hunger. Was essen wir?
  • Bratkartoffeln mit Spiegelei und sauren Gurken. Zum Nachtisch frische Erdbeeren. Pell schon mal die Kartoffeln ab.

Sie hatten gegessen und tranken Kaffee. Es wurde kein langer Abend. Atze kroch wieder ins Bett. Kalle auch.

Wieder war ein Tag vorbei.