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Sein Skoda schnurrte wie ein Kätzchen. Krause pfiff fröhlich vor sich hin. Auf der Fähre war nicht viel los. Krause genehmigte sich ein Bier im Restaurant.

Er unterhielt sich mit einem Finnen und ging danach in seine Kabine, um zu schlafen.

Von Helsinki fuhr er zielstrebig Richtung Norden. Er machte nur wenige Pinkelpausen und war bald in Oulu.

Kumru bekam ihre Salamis und Krause wieder ein vorzügliches Essen. Morgens fuhr er zur russischen Grenze. Abends wollte er dort sein – oder kurz davor. An einem See baute er sein Zelt auf und übernachtete noch einmal in Finnland.

Die russischen Grenzsoldaten waren freundlich – bestimmt, weil er sie gleich auf Russisch ansprach. DDR – ja, das war ihnen ein Begriff. Also konnte Krause ohne Probleme einreisen.

Abends steuerte er einen Zeltplatz an. Er wollte duschen und sich vielleicht auch unterhalten. Funktionierte beides. Die Nachbarn luden ihn sofort zum Esssen ein. Es gab Fischsoljanka. Krause schmatzte behaglich.

Sein Gastgeber war der Sohn eines Generals, der in Wünsdorf in der Machtzentrale der Sowjetarmee beschäftigt war. Also wurde Mischa in der DDR geboren. Das war 1981. Die deutsche Sprache lernte er als Kind spielend und hatte sie nicht verlernt.

Es wurde eine lange Nacht mit viel Wodka und Witzen. Und natürlich wurde auch gesungen. Krause kannte noch ein paar russische Lieder auswendig. Zum Schluß saß Krause zwischen 20 Russen und sang mit Inbrunst. Er bekam viel Beifall.

So einen verrückten Deutschen kannten sie noch nicht. Denn die meisten waren sehr jung und sprachen nicht Deutsch. Nur Mischa.

Krause kroch erst gegen zwei Uhr morgens in sein Zelt. Er schnarchte und schlief bis um zehn Uhr.

Morgens wurde er sofort zum Frühstück eingeladen. Die Frau von Mischa hatte herrliche Blinis gemacht. Krause spendierte den deutschen Kaffee.

Nach dem Frühstück gab es Wodka. Mischa lachte über Krauses Gesicht.

  • Bei uns sagt man, daß man einen guten Freund nicht ohne Wodka gehen läßt.
  • Wann kommt der gute Freund überhaupt weg?
  • Morgen. Du bleibst heute hier. Du hast doch Zeit. Oder?
  • Ja. Ich bleibe noch. Schenk noch einen ein. Macht deine Frau Mittagessen?
  • Natürlich. Was denkst du denn. Du bist unser Gast. Sie macht gerade Piroggen.
  • Echt?
  • Echt.
  • Dann bleibe ich noch eine Woche.

Mischa lachte und goß noch einen Wodka ein.

  • Weißt du was Daschenka zu mir gesagt hat?
  • Nee.
  • Ein Deutscher, der unsere Volkslieder singt, muß ein guter Mensch sein. Ihre Großeltern wurden von deutschen Faschisten ermordet. Wenn sie für dich kocht, ist es etwas ganz Besonderes.
  • Verstehe. Ich werde mich bei ihr bedanken.

Krause kam erst nach zwei Tagen vom Zeltplatz.